Das Frankfurter Bahnhofsviertel, einst stolzes Tor zur Stadt, ist in die Jahre gekommen und zeigt sich aktuell wenig einladend. Vom Hauptbahnhof zieht sich die Kaiserstraße mit der für Frankfurt typischen Mischung aus urbaner Metropole und diverser Stadtgesellschaft durch das Viertel. In der parallel verlaufenden Münchner Straße fährt die Straßenbahn in Richtung Innenstadt. Nun plant der Magistrat, die stark frequentierte Haltestelle am Hauptbahnhof auszubauen und die Kapazitäten für die Straßenbahn zu erhöhen. Das oberirdisch geführte Nahverkehrsmittel hat eine größere Kapazität als Busse und ist leichter erreichbar als U- und S-Bahnen.
Viergleisige Haltestelle für die neue Linie 13
Am vergangenen Freitag verabschiedete der Frankfurter Magistrat eine Vorlage, die einen Ausbau der Haltestelle von zwei auf vier Gleise vorsieht. Damit soll ein Halt der neuen Linie 13 möglich werden. Zudem werden die Bahnsteige verlängert, um auch auf diesem Weg die Aufnahmekapazität der Haltestelle zu erhöhen. Die zuständigen Dezernenten für Mobilität und Planung begrüßten die Entscheidung und wiesen auf den Zeitdruck zu deren Umsetzung hin. Denn die Deutsche Bahn baut ab 2029 das Ver- und Entsorgungszentrum unter dem Nordflügel des Hauptbahnhofs um. In den Folgejahren beginnen dann die Bauarbeiten am geplanten Fernbahntunnel durch die Stadt, der die Kapazitäten des als Kopfbahnhof ausgelegten Hauptbahnhofs erweitern soll.
Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes
Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert sieht in dem nun gefassten Beschluss einen weiteren Meilenstein zur Umsetzung des Umbaus bis zum Jahr 2029. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger betont, „dass mit den jetzt beginnenden weiteren Planungen deutlich wird, dass auch die Stadt aktiv an der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes arbeitet“. Ihre Planung sieht vor, den Verkehrsraum neu aufzuteilen und neue Fußgängerquerungen zu schaffen. Die in beide Fahrtrichtungen zweispurige Straße wird auf jeweils eine Spur verkleinert und auf einem Teil der Fläche werden Radwege eingerichtet.
Verkehrsberuhigung im Bahnhofsviertel
Gwechenberger zudem weist darauf hin, „dass durch die neue Lage der Haltestelle Flächen frei werden, die es ermöglichen, auf dem Bahnhofsvorplatz und entlang der von Süd nach Nord verlaufenden Fahrbahn auch in der Mitte neue Bäume zu pflanzen. Damit wird die Aufenthaltsqualität erhöht.“ Die beabsichtigte Schließung der Taunusstraße für den Durchgangsverkehr ermögliche zudem eine Verkehrsberuhigung im Bahnhofsviertel, sagt Siefert. Damit folgt der Magistrat dem Mobilitätsplan der Stadt, der insbesondere eine stärkere Rolle des ÖPNV vorsieht. So soll die Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöht und die Emission von Treibhausgasen verringert werden.
Gunther Schilling ist Verantwortlicher Redakteur Public Sector mit Schwerpunkt „#stadtvonmorgen“. Dort schreibt er insbesondere über die Themen Digitalisierung und kommunale Unternehmen. Der Diplom-Volkswirt ist seit 1990 als Redakteur in der F.A.Z.-Verlagsgruppe tätig. Das Team von „#stadtvonmorgen“ verstärkt Gunther Schilling seit Januar 2022. Zuvor war er Leitender Redakteur des Außenwirtschaftsmagazins „ExportManager“.